Energie aus Kernkraftwerken nachhaltig nutzen

Die jüngsten Ereignisse im Atomkraftwerk Fukushima in Japan haben auch in der Schweiz zu hitzigen Debatten rund um den baldigen Atomausstieg geführt. Obwohl die potentiellen Gefahren und Risiken der Energiegewinnung aus radioaktivem Material bekannt sind, trifft eine so erschütternde Krise wie sie in Japan geschehen ist nicht nur Angehörige, sondern auch Unbeteiligte weltweit. Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle – kurz Nagra – befasst sich seit 1972 mit der Entsorgung radioaktiver Materialien aus den vier Schweizer Kernkraftwerken. Die Nagra überprüft und unterstützt die Betreiber der AKW dabei, ihren Auftrag der sicheren Entsorgung gemäss Kernenergiegesetz  umzusetzen.

Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle ist vom Bund sowie von den Kernkraftwerk-Betreibern beauftragt, Lösungen für eine sichere und nachhaltige Entsorgung in der Schweiz zu erarbeiten. Um diesem Ziel gerecht zu werden, untersucht die Nagra Gebiete und Regionen, welche für die Errichtung eines geologischen Tiefenlagers geeignet wären. Zu den denkbaren Regionen zur Lagerung hochaktiver Abfälle zählen Zürich Nord-Ost, genauer das Gebiet Benken, Nördlich Lägern sowie das Gebiet Jura-Ost. Diese drei Regionen zeichnen sich durch das Wirtgestein Opalinuston – ein Tongestein, das vor über 180 Millionen Jahren durch Ablagerung in einem Flachmeer entstanden ist – sowie eine stabile geologische Situation aus.

Dank der sorgfältigen und exakten Untersuchungen und Forschungsanstrengungen der Nagra sind heute alle entscheidenden sicherheitstechnischen Fragen rund um den Bau eines Tiefenlagers beantwortet. Die in der Kernenergie Abfälle können nicht beliebig lang in den provisorischen, überirdischen Zwischenlagern aufbewahrt werden, sondern bedürfen einer nachhaltigen Lagerung in geologischen Tiefenlagern.

Selbst wenn der Bund aufgrund der Tragödie in Fukushima einen Atomausstieg in näherer Zukunft anstreben sollte, ist das Problem der Entsorgung nicht gelöst: Die aus der Kernspaltung entstehenden radioaktiven Abfälle erzeugen selbst nach Jahrhunderten, ja gar nach Jahrtausenden, noch immer gesundheitsgefährdende Strahlung. Die sichere und nachhaltige Entsorgung des strahlenden Materials ist also eine anspruchsvolle Aufgabe, die nicht nur wir, sondern auch künftige Generationen bewältigen müssen.

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